Donnerstag, 22. Juni 2017

Blitze, Donner, Sturm und Regen – und ein glutrotes Loch im schwarzen Abendhimmel

Au weia, da hat der Sommer aber böse begonnen! Zwei Menschen sind in dem Unwetter heute bei uns in der Gegend gestorben. Wegen umgestürzter Bäume war der Bahnverkehr auf der Hauptstrecke nach Hamburg und auch auf den meisten Nebenstrecken lahmgelegt, und so manche Straße war ebenfalls blockiert. Bei uns sind jede Menge Äste von den Bäumen gefallen, aber passiert ist zum Glück nichts, dafür war etwas weiter nördlich umso schlimmer.
Tagsüber wurde es zeitweise dunkel wie in der Abenddämmerung, aber zwischendurch zeigte sich auch immer wieder die Sonne, und dann wurde es gleich schwülwarm. Abends zog dann ein Gewitter nach dem anderen mit Sturm und Starkregen über uns hinweg – und auch jetzt, während  ich dies hier schreibe, grollt es draußen noch heftig. Allerdings gab es auch etwas Versöhnliches: Kurz, bevor es für heute endgültig dunkel wurde, riss im Nordwesten der Himmel auf, und erlaubte einen Blick auf das, was sich hinter der bedrohlich schwarzen Wolkenwand abspielte: ein wunderschöner Sonnenuntergang mit glutroten Himmel. Im Osten  zuckten derweil weiter die Blitze.

Versöhnlicher Tagesabschluss: Der Himmel riss auf, und hinter der düsteren Wolkenwand zeigte sich die Sonne.

Mittwoch, 21. Juni 2017

Romantischer Ratzeplatz

Ein nettes Sonnenplätzchen.
Nicht auf Rosen gebettet hat sich Parson-Russell-Terrier Viererlein, aber doch wenigstens an Rosen. Bei so schönem Sommerwetter legt er sich gern ins kühle Gras und macht ein Nickerchen, Wachhund bleibt er trotzdem. Die Stelle am – zugegebenermaßen – noch spärlich berankten Rosenbogen hat er strategisch günstig gewählt, denn er liegt ungefähr in der Mitte unserer Obstwiese, allzeit bereit, sofort aufzuspringen, wenn sich hinten bei den Pferden am Zaun oder vorn zur Straße hin etwas regt. Vorerst aber ratzt er nur. Erst nach einer guten halben Stunde wird es ihm zu heiß und er zieht in den Schatten um.
Die kleinblütige Ramblerrose, die in diesem Bild den malerischen Hintergrund bildet, heißt übrigens Maria Lisa. Sie blüht nur einmal im Jahr, dafür mit umso mehr kleinen Blütchen, denen später Hagebutten folgen. Gezüchtet hat sie der Augustinermönch Bruder Alfons im Jahr 1925. Benannt hat er sie nach zwei Frauen, die in seinem Kloster arbeiteten, was für eine hübsche Geste! Obwohl diese Rose, die noch sehr einer Wildrose ähnelt, grundsätzlich gern von Bienen besucht wird, haben die sich bei uns noch nicht sehen lassen, dafür aber viele kleine Käfer und noch manches andere Insektengetier. Ich habe diesen Neuzugang in unserem Garten jedenfalls schon jetzt ins Herz geschlossen, denn im ersten Jahr noch dazu nach diesem frostigen Mai hatte ich nicht mit so einer Blütenfülle gerechnet. Maria Lisa soll bis zu fünf Metern hoch werden, da hat sie noch etwas vor sich!

Dienstag, 20. Juni 2017

Für Augen und Nase

Je nach Sorte haben die Kartoffeln entweder violette ....
Die Lüneburger Heide ist das größte Kartoffelanbaugebiet Deutschlands. 40 Prozent aller hierzulande geernteten Knollen stammen aus unserer Region. Auf den sandigen Böden der Heide gedeiht die Kartoffel besonders gut, allerdings nur, wenn sie künstlich bewässert wird. Seit 2010 ist die Bezeichnung "Heidekartoffel" sogar europaweit geschützt. Nur tatsächlich in der Lüneburger Heide angebaute Kartoffeln dürfen so bezeichnet werden.
Zurzeit blüht sie, die Heidekartoffel – je nach Sorte in Weiß oder Violett. Auf unseren allmorgendlichen Hundespaziergängen kommen wir an mehreren Kartoffelfeldern vorbei und freuen uns über die Blütenmeere. Aber die blühenden Kartoffelfelder sind nicht nur schön anzuschauen, sondern sie duften auch herrlich – besonders intensiv nach einem Regenschauer.

... oder weiße Blüten. Hübsch sind beide Varianten.

Montag, 19. Juni 2017

Sommersnack mit den Blauen aus Sibirien

Für Hunde mag so ein Beerencocktail nicht sonderlich interes-
sant sein, aber wir lieben diesen vitaminreichen Sommersnack.
Von den Meteorologen haben wir gelernt, dass ein Tag erst als ein heißer gilt, wenn die Tageshöchsttemperatur bei mindestens 30 Grad liegt. Heute lag sie, zumindest bei uns, zwei Grad darunter. Somit kann allenfalls von einem warmen Tag die Rede sein. Uns war es trotzdem viel zu heiß. Wir mögen es lieber etwas kühler, können ohnehin Kälte besser vertragen als Hitze. Unsere persönliche Wohlfühltemperatur liegt im Bereich von 15 bis 20 Grad. Damit gehören wir wahrscheinlich zu einer Minderheit hierzulande, aber egal.
Doch auch wir können der Hitze durchaus einen positiven Aspekt abgewinnen: Man hat weniger Hunger, sodass das abendliche Kochen – das Abendessen ist unsere Hauptmahlzeit – gerne ausfallen darf. Klar, wir haben ja auch schon in der Mittagshitze gebraten oder, korrekt ausgedrückt, wir sind gebraten worden.
Mittags haben wir lediglich Lust auf etwas Kleines, Leichtes. Wie gut, dass gerade Beerenzeit ist und der Garten einige süße und obendrein gesunde Leckereien bereit hält! Vor allem die dunklen Beeren strotzen ja nur so vor Antioxidantien, und man gar nicht genug davon essen. Geradezu begeistert sind wir von unseren Sibirischen Blaubeeren, die so heißen, weil ihre Heimat Sibirien und dort insbesondere die der sibirischen Pazifikküste vorgelagerte Halbinsel Kamtschatka ist. Daher lautet ihr offizieller Name auch Kamtschatka-Heckenkirsche (Lonicera caerulea var. kamtschatica). Der botanische Name verrät es: Es handelt sich um eine Varietät der Blauen Heckenkirsche (Lonicera caerulea),
Obwohl es auch in Sibirien im Sommer sehr heiß werden kann, denken wir beim Stichwort Sibirien doch wohl zuerst an die sibirische Kälte. Tatsächlich schmeckt die Sibirische Blaubeere mehr nach einer klimatisch rauen Gegend: etwas herber als unsere heimische Blaubeere und deren Zuchtform, die Kulturheidelbeere. Wir finden das nicht unangenehm. Im Gegenteil, es ist ein sehr interessantes Geschmackerlebnis, die länglichen, herben Blaubeeren mit süßen Beerenfrüchten zu kombinieren. Wir haben uns für Erdbeeren und Himbeeren entschieden. Den Beerencocktail essen wir am liebsten mit einem fermentierten Sojaprodukt der Geschmachksrichtung Natur. Bis vor wenigen Tagen hätten wir Soja-Joghurt geschrieben, aber die EU hat ja gerade derlei Bezeichnungen wegen der Verwechslungsgefahr mit Milchprodukten verboten. Nur Kokosmilch darf weiterhin ungestraft als solche bezeichnet werden. Warum? Weil Kokosmilch schon immer Kokosmilch hieß, argumentieren die Brüsseler Bürokraten.
Wie auch immer, wir finden so einen Sommersnack mit den Blauen aus Sibirien superlecker.

Wie kleine Glocken hängen sie am Strauch, die Sibirischen Blaubeeren.

Mittwoch, 31. Mai 2017

Liebe Wegbegleiter

Unsere liebsten Wegbegleiter in diesen Wochen sind die Lupinen. Überall an Wegesrändern und Straßenböschungen und auch an den Ufern des Elbe-Seitenkanals blühen sie jetzt, überwiegend in Blau, aber auch in Rosa, Weiß und in zweifarbigen Varianten. Die Hummeln teilen unsere Vorliebe für diese wunderschönen Wildblumen und besuchen sie eifrig.


Samstag, 27. Mai 2017

Famlienglück

Die Amsel auf ihrem Nest in der Kletterhortensie an der Wand unseres Gartenschuppens.
Seitdem eine Amselfamilie im Schutz der Kletterhortensie, gleich bei der Regenwasserwanne, ihr Nest auf einem bisher nutzlosen alten Ochsenjoch, das seit Jahren zugewuchert an der Wand hing, bezogen hat, nehmen wir Anteil an ihrem Leben.
Wir bangten mit den Amseln, als das Gewitter vor mehr als einer Woche niederging und das Wasser über ihren Köpfen hinweg über das Dach auf den Hof schoss. Aber sie haben ihren Nistplatz gut gewählt, das Nest und die Kleinen blieben trocken. Vor knapp einer Woche sind die Amselküken geschlüpft. Vier Eier lagen bei meiner letzten Kontrolle, als gerade einmal "sturmfreie" Bude war und beide Elterntiere kurz unterwegs waren, im Nest. Jetzt sind wir am Rätseln, wie viele kleine Amseln dort nun eigentlich heranwachsen. Drei habe ich schon gesehen, Inka meint, es könnten auch fünf sein. Egal, es ist hinreißend mitzuerleben, wie sehr sich die Eltern für sie abrackern. Das Männchen brachte ständig Würmer für das noch brütende Weibchen herbei, bewachte das Nest aus der Ferne, bereit, jeden Eindringling im Revier hinfortzujagen. Sobald die Abendsonne herumkommt und heiß aufs Nest brennt, stellt sich das Weibchen mit aufgefächertem Flügel darüber und bietet den benötigten Sonnenschutz. Ich mag Regenwürmer sehr, dennoch bin ich immer froh, wenn ich die beiden Amseln mit vollem Schnabel von oben auf der Wiese oder von vorn unter den Apfelbäumen am Haus zum Nest zurückfliegen sehen.
Als ich gestern ausgiebig neu gepflanzte Blümchen und Bäume in unserem Vorgarten goss, wartete das Amselmännchen schon etwas abseits auf einem Zweig, kaum räumte ich mit der nun leeren Gießkanne das Feld, flog es herbei und suchte in der feuchten, warmen Erde nach Beute.
Ein Nest so direkt in unserem Umfeld und dabei noch fast auf Augenhöhe hatten wir noch nie, ich hoffe, dass dieser Plätz nun noch öfter gewählt wird und alles klappt mit dieser Amselbrut. Allgemein hatten es die Vögel so schwer in diesem Jahr mit diesem so eisekalten April und Maibeginn. Erst jetzt fliegt mehr kleines Getier herum. Zum Glück haben wir keinen Mangel an Regenwürmern, diesbezüglich haben es die Amseln einfacher als beispielsweise die Meisen.

Die hungrigen Jungvögel warten darauf, dass Mutter und Vater ihnen die Schnäbel stopfen.

Samstag, 20. Mai 2017

Pusteblumen

Die gelbe Blütenpracht ist schon wieder passé, und die blühende Löwenzahnwiese hat sich – simsalabim – über Nacht in eine Pusteblumenwiese verwandelt. Aber auch die ist flüchtig. In wenigen Tagen werden die mit haarigen Flugschirmen ausgestatteten Früchte vom Winde verweht sein. Ja, der Frühlings ist eine ebenso intensive wie vergängliche Jahreszeit.

Tausende von kleinen Flugschirmen warten darauf, vom Winde verweht zu werden.